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Informationen zu den Papierformaten beim Wertpapierdruck

 

Papiergrößen bei Wertpapieren in Deutschland und USA

 

Bis zum Jahr 1923 gab es in Deutschland bei Wertpapieren ein buntes Gemisch an Größen und Formaten. In der Regel abhängig vom Bogenformat der jeweiligen Papierhersteller.

Oft waren die Papiere hochformatig und teilweise ganz schön groß. Da früher effektiv gedruckte Stücke in vielen Fällen noch eigenverwahrt wurden, führte das dazu, dass aus rein praktischen Gründen die Papiere zum Transport oft gefaltet werden mussten.

Am 18. August 1922 wurde bei uns für Papier erstmals vom Deutschen Institut für Normung (DIN), die in der DIN-Norm "DIN 476" festgelegten Formate vorgestellt. Im Wertpapierdruck wurde das DIN-Format ab 1924 umgesetzt. Von diesem Zeitpunkt an gibt es in Deutschland ein paar Regelmäßigkeiten die sich bis heute weitgehend durchgesetzt haben.

Standardgröße war fortan Din a'4, Deutsche Stammaktien sind seitdem querformatig, Vorzugsaktien hochformatig. Ebenfalls hochformatig sind Anleihen, Pfandbriefe, Schuldverschreibungen und andere verzinsliche Papiere sowie die Couponbögen für Dividenden (Aktien) oder Couponbögen für Zinsen (Anleihen). Die Couponbögen sind meist auf ein extra Blatt gedruckt, es gibt aber auch Drucke wo Mantel und Bogen nebeneinander auf ein Din a'3 Format gedruckt sind. Will man diese dann kleiner haben kann man Mantel und Bogen trennen oder in der Mitte falten und erhält wieder die Din a'4 Größe.

Natürlich gab und gibt es die eine oder andere Abweichung, aber das dürfte nicht mehr als 1-2% aller gedruckten Wertpapiere in Deutschland betreffen.

Das Din-Format für Papier verbreitete sich ab 1924 im Laufe der Zeit auch in Europa und weiten Teilen der Welt.

In Nordamerika (USA und Kanada) war die Größe der Aktien bis in die 1950-er Jahre meist etwas kleiner als bei uns, 17-21 cm breit, 24-29 cm lang, ein echtes Standardmaß gab es nicht. Ab den 1960-er Jahren setzte sich in den USA beim Aktiendruck dann das Format 8 x 12 Zoll (20,32 x 30,48 cm, Querformat) stärker durch, aber längst nicht so einheitlich wie bei uns das Din Format.

Auffällig dabei, dass die die zuvor oft großen und hochformatigen Bonds, Debentures, Convertibles (Wandelanleihen) nun auch in der Größe 8 x 12 Zoll im Querformat gedruckt wurden.

Wie auch bei uns konzentrierte sich der Druck immer mehr auf die großen Druckereien. Viele kleine Druckereien verschwanden von der Bildfläche. Dabei beschäftigten die großen Notenbankdruckereien der USA, wie z.B. die ABN (American Banknote Company) oder die SCBN (Security Columbian Banknote Company) oft wahre Künstler unter ihren Stahlstechern, welche zahllose, echte Meisterwerke an filigranen und optisch überwältigend schönen Stahlstichvignetten entwarfen und gestalteten.

Seit 2003 gibt es in den USA eine grundlegend veränderte Entwicklung. Lange hatten viele USA-Firmen vergeblich versucht den Druck von Aktien einzustellen, was aber tatsächlich erstmals ab 2010 erlaubt war und auch durchgeführt wurde, Apple machte als erste bekannte Firma den Anfang.

2003 gab es dann aus Kostengründen zunächst eine neue Art der Aktien, Vorreiter auch hier Apple (die neue blaue Aktie) und z.B. Harley Davidson (die orangefarbene Version). Die Größe änderte sich auf das US-Standardformat "Letter", das sind 8,5 x 11 Zoll (21,59 x 27,94 cm).

Entscheidend aber, die Aktienrohlinge mit den Stahlstichvignetten, auf die sonst nur noch die Stückzahl und der Aktionärsname vom Registrarservice eingetragen wurde, kommen nun nicht mehr aus den Notenbankdruckereien.

Sofern solche Aktien angeboten werden stammen sie direkt und komplett aus dem Drucker des jeweiligen Registrarservices (z.B. Computershare) und werden erst auf Anforderung des Aktionärs ausgedruckt. Kennzeichen dieser "neueren Papiere" sind Wasserzeichenpapier, dessen typische Eigenschaften auf der Rückseite der Aktien erläutert werden und der Vielfachabdruck des Aktionärsnamens in Mikroschrift unter dem eigentlichen Aktionärsnamen, gleiches gilt für die Aktienstückzahl. Logos und Firmenzeichen werden weiterhin abgebildet, Stahlstichvignetten gibt es herstellungsbedingt bei diesen Aktien natürlich nicht mehr.

© Text, Bilder und Seitengestaltung von Joachim Hahn (Vers. 1.10 - 2019) -  Nachdruck, Kopieren und EDV-mäßige Verwendung/Weiterverarbeitung nur mit Zustimmung des Verfassers.