Artikelsuche

Erweiterte Suche Hinweise zur Suche Suche nach Preisklassen:

Wir verwenden ein Session-Cookie das zum Betrieb des Shops technisch notwendig ist: siehe Info


Mannesmann - ein großer Name der deutschen Stahlbranche

Mannesmannröhren-Werke AG  -  mannesmann AG

jetzt:

Am Anfang steht eine revolutionäre Erfindung

Reinhard und Max MannesmannDie Geschichte von Mannesmann beginnt fünf Jahre vor der eigentlichen Firmengründung mit einer technischen Pionierleistung: 1885 erfinden Reinhard und Max Mannesmann in der väterlichen Feilenfabrik in Remscheid ein Walzverfahren zur Herstellung nahtloser Stahlrohre. Mit dieser Erfindung als Einlage gründen sie bis 1889 mit verschiedenen Partnern Röhrenwerke in Bous a. d. Saar, in Komotau/Böhmen, das in dieser Zeit zu Österreich gehört, Landore/Großbritannien und im heimischen Remscheid. Der endgültige technische Durchbruch und damit letztendlich die Marktreife gelingt den Brüdern aber erst in den 1890er Jahren mit der Erfindung des Pilgerschritt-Walzverfahrens. Die Verbindung von Pilgerschritt- und Schrägwalzen wird in der Folge als "Mannesmann-Verfahren" weltweit bekannt und noch heute wird nach ihm international erfolgreich produziert.

Vom Rohrhersteller zum Montan-Konzern

Mannesmann-Hüttenwerk in Huckingen, 1920er JahreMannesmann ist zunächst ein reiner Stahlverarbeiter und damit abhängig von den Vormateriallieferungen anderer Unternehmen. Um Preis, Lieferzeit und vor allem Qualität selbst bestimmen zu können, wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Aufbau einer eigenen Vormaterialbasis das wichtigste strategische Ziel.

Der erste Schritt ist 1906 der Erwerb der Saarbrücker Gußstahlwerke AG, die nun das Werk Bous mit dem benötigten qualitativ hochwertigen Einsatzmaterial versorgt. Es folgen das Blechwalzwerk Grillo Funke mit eigener Stahlerzeugung, Kohlezechen, Erzgruben und Kalksteinbrüche. 1929 kann schließlich das eigene Hüttenwerk in Duisburg-Huckingen den Betrieb aufnehmen. Mannesmann ist nunmehr ein vertikal gegliederter Montankonzern, wie er bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts für die deutsche Ruhrwirtschaft typisch ist.

Bereits in den 1920er Jahren tritt das Unternehmen auch in den Bereich der Rohrweiterverarbeitung ein. 1924 übernimmt Mannesmann ein Rohrleitungsbauunternehmen in Bitterfeld; die 1926 gekaufte Maschinenfabrik Gebr. Meer in Mönchengladbach wird die erste Maschinenfabrik des Konzerns.

Werbung von 1916Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Mannesmannröhren-Werke auf Anordnung der Alliierten liquidiert und 1952 in drei selbständige Unternehmen aufgeteilt: Mannesmann AG, Consolidation Bergbau AG und Stahlindustrie und Maschinenbau AG. Bis 1955 erfolgt der Wiederzusammenschluss dieser Unternehmen unter Führung der Mannesmann AG, die fortan die Konzernspitze bildet.

In den Jahren 1952 bis 1955 gründet Mannesmann Röhrenwerke in Brasilien, Kanada und der Türkei, in Südamerika in Verbindung mit einem Hochofen- und Stahlwerk.

1969 wird der Mannesmann-Steinkohlenbergbau in die Ruhrkohle AG eingebracht. 1970 vereinbaren Mannesmann und Thyssen eine Arbeitsteilung. Mannesmann übernimmt von Thyssen die Rohrfertigung und Rohrverlegung und gibt im Gegenzug die eigene Walzstahl-Herstellung und Blechverarbeitung in Deutschland an Thyssen ab. Die neu gegründete Mannesmannröhren-Werke AG ist einer der größten Rohrproduzenten der Welt.

1972 - 1974 Erwerb der Demag AG.

1987 - 1988 Erwerb der Fichtel & Sachs AG.

1989 Gründung der Mannesmann Mobilfunk GmbH, Düsseldorf.

1991 Erwerb von VDO Adolf Schindling AG und Boge GmbH.

1990 - 1996 Erwerb der Krauss-Maffei AG.

1993 Sitzverlegung der Mannesmannröhren-Werke AG nach Mülheim an der Ruhr.

1996 Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der Deutsche Bahn AG auf dem Gebiet der Telekommunikation im Festnetzbereich, daraus entsteht im Januar 1997 die Mannesmann Arcor AG & Co.

1999 Verschmelzung von Krauss-Maffei AG und Mannesmann Demag AG zur Mannesmann Demag Krauss-Maffei AG; Ausgliederung der Geschäftsbereiche Wehrtechnik, Metallurgie, Energie- und Umwelttechnik sowie Petrochemie und Raffinerietechnik.

Beschlussfassung über die Aufteilung des Mannesmann-Konzerns in die beiden rechtlich selbstständigen Bereiche Engineering & Automotive sowie Telecommunications im Jahr 2000 und zur Börseneinführung des Bereiches Engineering & Automotive als Atecs Mannesmann AG.

Die feindliche Übernahme durch britische Telekommunikationsgesellschaft Vodafone im Jahr 2000 erregte die Gemüter in extremer Weise. Vom Ausverkauf Deutschlands war die Rede. Selbst Bundeskanzler Schröder, über die Wirtschaftsverbände bis hin zu den Gewerkschaften reichte die Ablehnungsfront: die Perle der deutschen Industrie musste gerettet werden.

Mannesmann galt auch den Gewerkschaften wegen der Montan-Mitbestimmung und den einflussreichen Arbeitnehmer-Vertretern im Aufsichtsrat als Vorbild.

Vodafone dagegen war die soziale Marktwirtschaft fremd. Aber es ging weder um Arbeitnehmerinteressen noch partnerschaftliches Management, es ging um "wer hat auf den Märkten der Zukunft das Sagen". Eine freundliche Übernahme war unmöglich, da die Arbeitnehmervertreter fast die Hälfte der Stimmen im Aufsichtsrat hatten. Vodafone musste also die Aktionäre überzeugen - dies geschah durch ein Abfindungsangebot dessen Höhe die Aktionäre nichts entgegenzusetzen hatten.


Inhalt und Seitengestaltung © Joachim Hahn

Information und Bilder von der Mannesmann AG