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Kleine Geschichte des Ilmenauer Kupfer- und Silber-Bergwerks

Kleine Geschichte des Ilmenauer Kupfer- und Silber-Bergwerks

Goethe-Kux

Aus der Edition "Limitierte Faksimile berühmter Historischer Wertpapiere" und im Original Deutschlands teuerstes historisches Wertpapier.

Im Shopangebot Artikel 3891: Nachdruck - Kuxschein über einen Anteil # 323
Unterschrift: Johann Wolfgang von Goethe.

Auf Auktionen wechselten Kux-Scheine des Ilmenauer Kupfer- und Silber-Bergwerk, die von Johann Wolfgang von Goethe signiert sind zwischen 10.000 und 45.000 Euro den Besitzer.


Der Ilmenauer Bergbau hatte schon eine lange Tradition, bevor Goethe seine Ämter antrat. Am 24.2.1784 wurde das Bergwerk feierlich eröffnet ? Goethe selbst hielt die Festrede. Aus der Literatur lässt sich entnehmen, dass der hier angebotene Kuxschein Nr. 323 sich im Besitz des Erbprinzen Ludwig von Hessen-Darmstadt befand.

Das in Ilmenau stillgelegte Kupfer- und Silberbergwerk sollte ? als eine Möglichkeit zur Aufbesserung der bescheidenen finanziellen Verhältnisse des Landes Sachsen-Weimar-Eisenach ? wieder in Betrieb genommen werden. Herzog Carl August von Weimar verfolgte den Gedanken mit großer Begeisterung und übertrug Goethe, zusammen mit dem Kammerpräsidenten von Kalb, am 14. September 1777 sämtliche Bergwerksangelegenheiten. Goethe war zum damaligen Zeitpunkt im Auftrage des Herzogs für Finanzen, Militär und Bergbau zuständig. Ab 1782 trug Goethe die alleinige Verantwortung für das Bergwerk. Ein Jahr später trat Christian Gottlob von Voigt (1743-1819) in die Bergwerkskommission ein. Voigt blieb von diesem Zeitpunkt an, über das rein Dienstliche hinaus, mit Goethe eng befreundet und wurde später wie dieser Staatsminister.

 

DER BERGBAU IN ILMENAU

Der Bergbau in Ilmenau geht aller Wahrscheinlichkeit nach bis in die Zeit um das Jahr 1200 zurück. Seine Anfänge gleichen denen in anderen bedeutenden Revieren des Erzbergbaus in Mitteleuropa, so z.B. dem von Freiberg in Sachsen. Im Jahre 1216 belehnte Kaiser Friedrich II. den damaligen Territorialherrn von Ilmenau, den Grafen Poppo von Henneberg, mit dem Bergareal. 1583 fiel das ehemalige hennesche Gebiet durch Erbschaft den sächsischen Fürstentümern zu.

Misswirtschaft ließ letztlich die Bergbautätigkeiten zum Erliegen kommen. Die zweite Hauptperiode des Ilmenauer Bergbaus von 1680 - 1739 erbrachte zwar eine verbesserte Kupfer-und Silberproduktion, wurde aber wiederum durch Misswirtschaft beendet. Die dritte Hauptperiode des Ilmenauer Bergbaus stand unter Goethes Leitung in den Jahren 1776-1812 und wird vor dem Hintergrund der industriellen Revolution (England ab 1770, mechanischer Webstuhl und die Dampfmaschine von James Watt) gesehen.

Am 3. September 1775 übernahm Herzog Carl August die Regierung in Weimar. Er lud Goethe nach Weimar ein, der diesem Ruf folgte und engster Vertrauter des Herzogs wurde. Goethe war ab 1776 Mitglied der obersten Regierungsbehörde, Prinzenerzieher, Verwaltungsfachmann für Finanzen-, Bergbau-, Militär-, Theater- und Bildungswesen und lernte somit auch die Finanzprobleme des Kleinstaates kennenlernte.

Der ab 1779 Geheime Rat Goethe wollte diese nicht durch neue Steuern und Kredite, sondern durch Ankurbeln der Wirtschaft verbessern. Aus diesem Grund wurde die Wiedereröffnung des Ilmenauer Bergwerks von Goethe betrieben. Er gründete eine Bergwerkskomission, u. a. mit dem Geologen Johann Carl Wilhelm Voigt sowie mit dessen älterem Bruder, dem Weimarer Minister Christian Gottlob Voigt.

Die Gewerkschaft des Ilmenauer Kupfer- und Silberbergwerks legte nun 1.000 Kuxe zu je Tlr. 20 auf, die mit großem Erfolg platziert wurden. Sie mussten bei der Zeichnung mit 10 Talern eingezahlt werden. Die restlichen beiden Zuzahlungen wurden 1785 und 1786 eingezogen.

Am 24.2.1784 wurde das Bergwerk eröffnet - Goethe selbst hielt die Festrede. Mangelnde Ausbeute machte die Zahlung hoher Zubussen erforderlich, letztlich setzte dann ein Wassereinbruch des Martinrodaer Stollens dem Ilmenauer Bergbau in seiner dritten Periode 1812 ein jähes Ende.

Quelle: Wagenbreth, Otfried, Goethe und der Ilmenauer Bergbau