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Die tragische Geschichte von Escom

   ESCOM Computer

 

Originale Escom Aktien - echte WertpapiereJeder der Anfang der 1990-er Jahre schon einen Heimcomputer hatte kennt noch den Namen Escom.

Escom war der große und damals zeitweise einzige ernsthafte Konkurrent des ehemaligen Branchenprimus der Hardwareanbieter "VOBIS Comuter".

Escom versuchte vor allem durch ausgefallenes Design und bis dato im PC-Bereich ungewohnte Farben wie z.B. schwarz oder rot - sich von der Konkurrenz abzuheben. Eigenproduktionen und die eigene Ladenkette standen ebenfalls im Vordergrund.

Beim Börsengang 1989 hatte Escom noch eine vermeintlich strahlende Zukunft. Die Höchstkurse lagen bei über 150,00 DM und die Geldbeschaffung zur Expansion im Konkurrenzkampf gegen Vobis und Co. stand im Vordergrund.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang wurde nach dem schnellen Ausbau der Ladenkette dann auch der zwischenzeitlich fast in der Versenkung verschwundenen USA Computerhersteller COMMODORE von ESCOM noch Anfang der 90-er für 6,6 Millionen US$ übernommen.

Die Produktion der Modelle Amiga und des C 64 wurden darauf hin wieder für den osteuropäischen Markt aufgenommen.

ESCOM wurde von Manfred SCHMITT gegründet. Manfred Schmitt aus Darmstadt hatte seit den 1980-er Jahren in seinem Musikgeschäft "Orgel-Schmitt" (gegr. 1949) begonnen, auch Computer anzubieten. 1986 gründete er ESCOM. Der Name ESCOM setzt sich aus der Bezeichnung Erich SCHMITT COMPUTER zusammen (Erich Schmitt Computergesellschaft mbH).

1995 beschäftigte ESCOM noch 4400 (!) Mitarbeiter. Durch die finanziellen Schwierigkeiten und dem drohenden Konkurs, der dann auch am 15. Juli 1996 angemeldet werden musste, waren schon vorher Entlassungen von rund 1900 Mitarbeitern geplant.

Bereits 1993 hatte es einen Kapitalschnitt gegeben und Manfred Schmitt bot im November 1993 den freien Aktionären DM 120,- für Ihre Aktien. Viele haben diesem Angebot später nachgeweint - hätten Sie es nur angenommen.

Mitentscheidend für die Insolvenz war u.a. auch die viel zu teure Übernahme der Rumbelows-Kette in Großbritannien. Schmitt hatte der Größenwahn gepackt und er verlor den Überblick. Die Expansion ging unkoordiniert und viel zu schnell von Statten.

Unmittelbar nach dem Vergleichsantrag (nur einige Tage vor der Insolvenz gestellt) gab es massive und auffällige Verschiebungen im Aktionärskreis. Komplett verkauften z.B. sofort Goldzack und BV, Schmitt gab einen Grossteil seines Paketes ab und weder die Großaktionäre Quelle noch SNI (Siemens-Nixdorf) spielten bei den Sanierungsversuchen eine rühmliche Rolle.

Das operative Geschäft von ESCOM wurde danach durch die Computer-Ladenkette Comtech Computersysteme übernommen. Alle Garantieansprüche an ESCOM wurden am 19. August 1996 auf die Comtech übertragen. Als Nachfolger für die verbliebenen 90 Filialen wurde die ESCOM 2001 GMBH gegründet. 600 Mitarbeiter konnten so übernommen werden. ESCOM 2001 als Firmenname bestand aber auch nur für wenige Jahre - sinnigerweise bis 2001.

Das Insolvenzverfahren der AG läuft über viele Jahre. Die Aktie der Escom AG war lange Zeit in wechselnden Intervallen ein ständiger Spielball von Spekulanten, Zockern und Gerüchtestreuern. Immer wieder erwacht die Mantelspekulation - auch Altbesitzer Schmitt als neuer "Erwecker" wurde des Öfteren ins Spiel gebracht um den Kurs zu puschen.

Nachtrag: Das Konkursverfahren wurde 2010 beendet und die Escom AG am 4. Januar 2011 aus dem HR gelöscht.

 

Seit 2005 bekommt man offiziell keine gedruckten Aktienzertifikate mehr von ESCOM. Laut Kassenverein wurden alle Papiere an Liebhaber und Sammler ausgeliefert. Bei uns können Sie diesen branchengeschichtlich hochinteressanten und für den deutschen Computermarkt einmaligen und  bedeutenden Papiere immer noch ab Lager bestellen - so lange Vorrat.


Inhalt und Seitengestaltung © Joachim Hahn
Information u.a. von synrise, computerwoche